Samstag, 30. Juni 2018

Reisebericht: Langer Aufenthalt in Doha, was tun? - Doha an Ramadan

Als wir vor Kurzem mit Qatar Airways nach Bali geflogen sind, hatte ich mir überlegt, dass wir einen kleinen Zwischenstopp in Doha einlegen könnten.
Ankunft 5 Uhr morgens, Abflug 17 Uhr - eigentlich perfekt, oder?

Tja, leider hatte ich nicht bedacht, dass Ramadan ist und das unsere Pläne ganz schön einschränken könnte. Was man bei einem langen Transit in Doha alles machen kann und was für Einschränkungen es an Ramadan in Doha gibt, erfahrt ihr in diesem Blogpost.


Als wir um 5 Uhr morgens ankamen, waren es schon 31 Grad. Und es ist keine trockene Hitze, wie man vermuten mag, sondern eine unangenehme mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Und dabei war es noch nicht mal Juni. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie es hier im Hochsommer ist.
Wir waren auf jeden Fall froh, als wir uns das klimatisierte Flughafengebäude gerettet hatten und fragten uns, wie wir den restlichen Tag bei diesem Wetter wohl ertragen sollten.

Zunächst ist es eine wichtige Frage zu klären:

Welche Einschränkungen gibt es in Doha an Ramadan?

Doha ist nicht wie Dubai oder Abu Dhabi und erwartet von Touristen, dass sie sich auch an Ramadan halten, auch wenn sie keine Moslems sind.
An Ramadan steht es unter Strafe, in der Öffentlichkeit zu essen, zu trinken oder Kaugummi zu kauen. Die absolute Mehrheit aller Restaurants ist bis Sonnenuntergang geschlossen. Nur einige wenige in Luxushotels sind geöffnet. Einige Supermärkte, Shops oder Malls haben am Vormittags oder bis zum frühen Nachmittag geöffnet.

Es wird erwartet, dass man "züchtige" Kleidung trägt, also Schultern und Knie bedeckt. Auch sollte man sich nicht in der Öffentlichkeit küssen oder sonstwie nahe kommen. Das wird in Doha auch außerhalb des Ramadan nicht gern gesehen.

Hier findet ihr eine Übersicht, was Alles an Ramadan geöffnet hat und wie lang.

Nach Sonnenuntergang erwacht die Stadt dann plötzlich zum Leben. Menschen strömen in die jetzt offenen Restaurants und Geschäfte, auf den Souq oder gar ins Museum. Die Öffnungszeiten gehen dann meist von Sonnenuntergang (ca. 18 Uhr) bis 22 Uhr oder länger.

Im Flughafen gelten übrigens ganz eigene Regeln. Hier kann man die ganze Zeit Essen und Trinken.


Aufgrund unseres langen Transits und der Tatsache, dass aufgrund von Ramadan viele Läden und Unterhaltungsmöglichkeiten geschlossen waren, hatten wir uns entschieden, eine Stadtrundfahrt zu buchen.

Auf Discover Qatar bietet neben normalen Touren auch Qatar Airways Passagieren mit einem längeren Aufenthalt in der Stadt (egal ob geplant oder nicht), sog. Transittouren, die exakt darauf ausgelegt sind, in einem bestimmten Zeitraum komprimiert etwas zu erleben.

Saison- und auslastungsunabhängig werden hier verschiedenste Touren angeboten, oft zu einem Bruchteil von dem, was man über die einschlägigen Ausflugsveranstalter zahlt.
Es gibt eine Wüstensafari, eine Shoppingtour, man kann mit dem Monsterbus durch die Wüste gurken oder sich einen privaten Fahrer für den Tag buchen.

Wir haben uns eben für die Stadtrundfahrt entschieden und dafür 40QR, also umgerechnet etwa 10€ p.P. bezahlt. Zum Vergleich: bei Get Your Guide hätte eine vergleichbare Stadtrundfahrt 50€ p.P. gekostet. 2.45h hat die Fahrt gedauert und wo sie uns überall hingeführt hat, könnt ihr hier in meinem kleinen Doha Reisebericht nachlesen.

Die Organisatoren vom Tour Desk haben sich um alle Einreiseformalitäten gekümmert. Als dt. Staatsbürger kann man nach Qatar ohne Visum einreisen, d.h. man bekommt einfach einen Stempel in den Pass, wenn man den Flughafen verlässt und noch einen, wenn man wieder reinspaziert - einfacher geht's nicht!

Für längere Aufenthalte kann man auf Get Your Guide oder Discover Qatar auch noch viele weitere Touren buchen, z.B. auch Ausflüge ins Landesinnere.


Auch Shopping ist immer eine gute Möglichkeit, sich die Zeit zu vertreiben. Zwar sind die Malls in Doha nicht so grandios wie in Dubai oder Abu Dhabi (keine Indoorskihallen, sorry!), aber ein wenig stöbern ob nach Luxusgütern oder Souvenirs sollte auch hier kein Problem sein.

Auch schön Shoppen kann man auf dem Souq Waqif. Hier kann man - zumindest außerhalb von Ramadan - nicht nur ein paar schöne Kleinigkeiten kaufen, sondern auch einen Tee oder Kaffee am Rande des Marktes trinken.


Museen sind auch immer eine gute Möglichkeit, um Zeit totzuschlagen (vorzugsweise in einem klimatisierten Gebäude) und gleichzeitig noch etwas zu lernen.
Es gibt in Doha einige Museen, die meisten davon geschichtlich ausgerichtet und einige Gallerien. Viele Museen haben auch an Ramadan vormittags geöffnet.

Ich empfehle euch das Museum of Islamic Art MIA. Das hat an Ramadan bis 14 Uhr geöffnet und der Eintritt ist frei. Zudem liegt es am Anfang der Corniche und bietet so einen guten Ausgangspunkt für weitere Spaziergänge in die Umgebung.


Wer aufgrund der hohen Temperaturen, weil ihm die Zeit zu knapp ist oder aus anderen Gründen lieber im Flughafen bleiben will, der kann auch das gut tun. Doha Hamad International Airport ist zwar groß, aber sehr übersichtlich und bietet viele Möglichkeiten.

Zur Erholung gibt es überall in den verschiedenen Bereichen sog. Quiet Rooms. Manche sind nach Geschlechtern getrennt, manche speziell für Familien.
Außerdem gibt es viele Sitzgelegenheiten und ein paar Lounges, die man gegen Bezahlung nutzen kann.

Auch ein Wellness und Fitness Center gibt es im Flughafen. Hier kann man auch Duschen, allerdings war es uns viel zu teuer nur für eine Dusche.

Im ganzen Flughafen gibt es kostenfreies Wlan (zumindest für Qatar Airways-Passagiere), auch wenn es teils nicht besonders schnell ist.

Auch zum Shoppen bekommt man genug Gelegenheit. Hier gibt es Luxuswaren, Souvenirs, Essen, Kleidung, Bücher, Schmuck oder Elektronik zu kaufen.

Es gibt an vielen verschiedenen Ecken gibt es ATMs und Geldwechselstuben, man kann aber auch eigentlich überall mit Kreditkarte oder USD bezahlen.


Eine Sache mit der man sich natürlich auch die Zeit vetreiben kann, ist Essen.
Eine schöne Sache, die man vor allem an Ramadan zu schätzen lernen wird, ist die große kulinarische Vielfalt im Flughafen. Hier wird man nämlich auch während der Fastenzeit ganz normal verköstigt.

Wir haben z.B. bei The Burger Federation sehr gut gefuttert. Für 2 Burger, 1x Pommes und 1 große Cola haben wir umgerechnet etwa stolze 25€ bezahlt.
Im Starbucks kann man aber auch für ca. 4€ Sandwiches oder Croissants mit Belag kaufen und sich auch warm machen lassen.


Ja, ein langer Stopover kann nervig sein, ist aber auch eine Chance einen neuen Ort kennenzulernen. Doha ist für mich keine Destination für mehrere Tage, aber für einen längeren Transit bietet sie viele Möglichkeiten. 

 

Reisezeitraum Mai 2018

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