Mittwoch, 27. Juni 2018

Reisebericht: 12 Stunden in Doha

Als wir mit der Qatar Airways geflogen sind, hatten wir einen Zwischenstopp in Doha von 12h (freiwillig so gebucht, es wäre auch anders gegangen). In dieser Zeit haben wir ein paar Eindrücke der qatarischen Hauptstadt gewonnen, die ich heut mal weitergeben will.


Gebucht hatten wir eine Stadtrundfahrt bei Discover Qatar. Hier gibt es einige recht günstige Angebote für einen Zeitvertreib bei langen Transits. Dazu werde ich aber im nächsten Post noch ein bisschen was erzählen. Gekostet hat uns das Ganze 40QR, also ca. 10€ p.P.
Zum Vergleich: bei Get your Guide kostet eine Stadtfrundfahrt etwa 50€ p.P.


Wenn man Zeit hat und seine Tour selbständig gestalten will, kann man sich natürlich auch ein Taxi nehmen und mit dem Fahrer einen Preis für einen bestimmten Zeitraum verhandeln. In Theorie sind die Fahrer natürlich verpflichtet, ein Taxameter laufen zu lassen. In der Praxis wird das aber flexibel gehandhabt.



Vom Airport zum Hafen (und somit dem Anfang der Strandpromenade), fährt man ca. 15 Minuten. 
Ab hier kann man auch zu Fuß die Corniche entlangspazieren. Sie geht etwa 4,5km entlang und endet eigentlich ziemlich praktisch an einem Café. 
Da wir allerdings an Ramadan da waren, war natürlich das Café geschlossen und es war außerdem so unerträglich heiß, dass wir den Weg nicht auf uns nehmen wollten und die Stadtrundfahrt bevorzugt haben.

Vom Hafen aus hat man einen tollen Blick auf die Skyline vom Doha. Abends kann man von hier aus auch Dhaufahrten machen und sich die Stadt bei Nacht ansehen. Gerade an Ramadan ist das bestimmt interessant, wenn die Stadt nach Sonnenuntergang zum Leben erwacht.

 


Wolkenkratzertechnisch kann Doha durchaus mit anderen Golfmetropolen mithalten. Wir waren nur ein bisschen irritiert, dass hier auf jedem 2. Haus der Scheich zu sehen ist.



Manchmal sogar als Foto...




In Doha steht das architektonisch interessante Museum of Islamic Art. Der Eintritt ist frei und das Museum hatte sogar an Ramadan bis zum frühen Nachmittag geöffnet. Leider war das Wetter so extrem, dass wir es vorgezogen haben, in den klimatisierten Flughafen zurückzukehren.

MIA - Museum of Islamic Art

In dem Versuch, mehr touristische Anreize und Sehenswürdigkeiten zu schaffen, hat Qatar vor einigen Jahren das Katara Cultural Village geschaffen. Es ist eine Ansammlung architektonisch interessanter Gebäude, die die Geschichte Qatars widerspiegeln sollen. Es gibt ein Amphiteather, in dem Veranstaltungen stattfinden, ein Museum und einen kleinen Souq. Aufgrund von Ramadan war natürlich Alles zu, als wir da waren.





 

Ähnlich wie die Emirate hat auch Qatar sich eine künstliche Insel geschaffen. The Pearl heißt sie, in Anlehnung an die Geschichte Qatars als Perlenfischer-Nation. Hier zu wohnen ist teuer.


Es gibt neben Wohnungen natürlich auch Luxus Shops und einen Yachthafen.





In Doha gibt es einige Shopping Malls, die allerdings mit denen in Dubai oder Abu Dhabi nicht vergleichbar sind. Wenn man ein bisschen Shoppen, Lokalkolorit aufnehmen und vielleicht ein Käffchen trinken will, ist der Souq Waqif eine gute Idee.

Als wir da waren, war aufgrund von Ramadan natürlich kein Käffchen drin und auch die meisten Läden waren geschlossen, aber normalerweise ist es hier bestimmt sehr lebhaft und interessant.
Natürlich kann man hier auch an Ramadan nach Sonnenuntergang mal hin, da erwacht der Platz sicherlich so richtig zum Leben.




Kleine Souvenirshops hatten trotzdem geöffnet.


Der Scheich ist in Qatar nicht nur auf jedem 2. Haus zu sehen, sondern auch auf jedem 3. Auto. Jede Menge Scheich-Memorabilia gab es natürlich auch zu kaufen.


Sogar Schnapsgläser gab es im erkonservativen Qatar zu kaufen. Und dann noch mit verschleierten Frauen als Motiv. Verrückt!


Wer noch das Glück in der Religion sucht, wird hier ganz umsonst fündig.





Kleiner Qatar Fact am Rande: 88% aller Einwohner Qatars sind Ausländer, vor allem aus Südostasien und vom indischen Subkontinent, wie Indien, Nepal oder Bangladesh. Sie machen auch gut 94% aller Arbeitskräfte aus.


Qataris (also nicht die ausländischen Arbeitskräfte) zahlen keine Steuern und auch nichts für Strom oder Wasser. Auch die Krankenversorgung ist für sie kostenlos.


Sicherlich gibt die Zeit um Ramadan keinen echten Eindruck vom Leben in Doha, aber wir fanden es schön, mal einen kleinen Einblick in den Wüstenstaat zu erhalten. 
Um wirklich auf der touristischen Landkarte aufzutauchen und irgendwann mit den Vereinigten Emiraten in Konkurrenz zu treten, hat Qatar noch einen sehr langen Weg vor sich.
Für einem langen Transit oder einen eintägigen Stopover empfiehlt sich die Stadt aber auf jeden Fall.

Mehr zu den Möglichkeiten, die ihr habt und was man in Doha am Ramadan beachten muss, erfahrt ihr im nächsten Post.

 

Reisezeitraum Mai 2018

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen