Freitag, 6. Januar 2017

Reisetipps: Costa Rica

 Nachdem ich euch in den letzten Wochen ja ausgiebig von Costa Rica berichtet habe, will ich heut mal ein paar Sachen ansprechen, die vielleicht wichtig sind und auch ein paar offene Worte loswerden.


Abzocke 
Generell haben wir in Costa Rica sehr viele nette Leute getroffen und fühlten uns an den meisten Orten sehr wohl. Es gab aber auch 1, 2 kleine Begebenheiten, die uns sehr geärgert haben. Vor allem in den Touristenorten in der Karibik und an der Pazifikküste gibt es doch schon so einige Maschen, auf die man als Touri nicht unbedingt reinfallen muss. Eine davon hatte ich ja hier geschildert. Am besten informiert ihr euch einfach vorher im Netz, was wieviel kosten sollte. Und im Zweifel solltet ihr euch einfach nicht belabern lassen (so wie wir), sondern dankend ablehnen und erstmal weiter gehen.


Autofahren


Autofahren in Costa Rica kann sehr angenehm sein, zum Beispiel auf den guten Straßen entlang der Küste. Hier gibt es schöne Aussichten, kleine Sodas am Straßenrand, an denen man mal etwas trinken oder essen kann und qualitativ gute Straßen.
Autofahren in Costa Rica kann aber auch ein Abenteuer sein, denn es gibt es viele unbefestigte Straßen. Der Zustand variiert hierbei. Wir hatten leider das Pech und hatten auf einer Schotterpiste einen Autounfall. Auch gibt es viele sehr schmale Bergstraßen, teilweise mit Steinschlaggefahr, steil bergauf und bergab UND dabei noch stark kurvig. Wenn man Pech hat (so ist es uns auf dem Weg von der Pazifikküste nach Turrialba passiert), dann gerät man auch noch in eine Wolkenbank und hat eine Sichtweite von einem Meter.
Ich würde euch für eine Mietwagenreise durch Costa Rica immer ein Allradfahrzeug empfehlen (wir hatten z.B. einen Daihatsu Bego und Terios), eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbehalt und eine Roadside Assistance. Auch ein Navi kann absolut nicht schaden. Ohne unser Navi wären wir öfter aufgeschmissen gewesen.
Wichtig ist es, sich vorher anzugucken, wie die Strecke beschaffen ist, auf der man fährt und genug Zeit einzuplanen. Eine Strecke von 150 km, für die man in Deutschland vielleicht 1,5-2h braucht, kann hier schon mal 5h dauern - oder länger! Auch sind nicht überall in regelmäßigen Abständen Tankstellen - dazu aber später mehr.


Essen


Das Nationalessen ist Costa Rica ist Casado. Das ist Reis mit einem Protein (meist nach Wahl) und verschiedenen Beilagen, meistens Banane in verschiedenen Variationen. Auch Gallo Pinto, also Reis mit schwarzen Bohnen, ist sehr beliebt, vor allem zum Frühstück. Ansonsten ist die costaricanische Küche je nach Region ganz unterschiedlich geprägt, meist aber recht herzhaft und manchmal auch fettig. Frische Früchte sind auch immer ein wichtiger Bestandteil.
Es gibt soviele verschiedene Möglichkeiten, zu essen, von landestypisch bis hin zur Fastfoodkette. Für Vegetarier und Veganer wird sich in der Landesküche durchaus etwas finden.
Uns hat während unserer Zeit in Costa Rica nur eins gefehlt:  Käse. Was die Ticos Käse nennen, ist irgendwie tofuartig, hat die Konsistenz von Radiergummi und schmeckt nach nichts :D


Geld


Die offizielle Währung in Costa Rica ist der Colón. Man kann aber auch vielerorts mit dem US Dollar bezahlen. Vor allem in ländlicheren Gegenden und bei kleinen Lokalen wird der Colón bevorzugt. Man kann aber auch fast überall auch mit Kreditkarte zahlen, wenn man möchte. Euros werden nicht angenommen und von Euros in Colones oder Dollar wechseln auch nur die wenigsten Hotels. An den ATMs kann man aber auch regulär mit seiner Kreditkarte Geld abheben (Dollar oder Colones). Von Deutschland aus Colones zu kriegen ist schwer. Ich würde empfehlen, ein paar Dollar mitzubringen und den Rest vor Ort an der ATM zu holen oder in einer Wechselstube mit einen gutem Kurs umzutauschen (NICHT am Flughafen!).


Gesundheit
Man hofft ja immer, dass einem im Urlaub nichts passiert. Für den Fall dass, sollte man aber vorgesorgt haben und sich eine Reisekrankenversicherung zulegen. Da wir ja einen Unfall hatten, durften wir das Costaricanische Gesundheitssystem am eigenen Leib erleben. Die Versorgung ist zwar nicht auf europäischem Stand und vor allem in ländlichen Gegenden muss man oft sehr lange bis zum nächsten Krankenhaus fahren, aber wir waren doch positiv überrascht. Es wurde sogar an die Wartenden kostenlos Essen und Trinken verteilt.
Grundsätzlich ist eine Reiseapotheke auch für jede Reise empfehlenswert.


Internet
Ich hab immer das Gefühl, jedes Land dieser Erde ist Deutschland voraus wenn es um Wifi geht. Tatsächlich haben wir überall auf unserer Reise in jedem Kaff und sogar hoch auf dem Berg kostenloses Wifi in unserer Unterkunft gehabt. Auch in fast jeden Restaurant und im Flughafen von San Jose gab es kostenloses Internet.


Krabbelzeug 


In Costa Rica gibt es viele Insekten und Krabbeltierchen, einige davon auch giftig. Mückenspray ist auf jeden Fall empfehlenswert, vor allem, wenn man Wanderungen durch bewaldete Gebiete unternimmt. Wenn man eine offene/semioffene Unterkunft hat, würde ich auf jeden Fall ein Moskitonetz empfehlen.
Geckos im Zimmer sind nicht gefährlich und sogar nützlich, denn sie fressen Mücken und Motten. Es gibt allerdings eine Geckoart, die größer und durchsichtig ist, die laute keckernde Geräusche macht und einen so um den Schlaf bringen kann. Auch Kakerlaken sind natürlich keine Seltenheit, da hatten wir allerdings Glück. Auch IM Zimmer müsst ihr euch vor Ameisen und anderen kleinen Krabbelviechern vorsehen. Packt euer Essen immer luftdicht weg und lasst nichts offen rumliegen.


Öffentliche Verkehrsmittel 
Costa Rica hat ein erstaunlich gut ausgegebautes öffentliches Nah- und Fernverkehrsnetz. Zwischen allen größeren Touristenorten fahren relativ moderne Überlandbusse. Und selbst kleine Orte sind relativ gut und günstig erreichbar. Man kann Costa Rica auch sehr gut ohne Mietwagen erkunden.


Preise
Man hat uns schon vorher gesagt, Costa Rica sei die "Schweiz Mittelamerikas" und tatsächlich sind viele Sachen hier um Einiges teurer, als man von einem armen Land erwarten würde. Getränke und Nahrungsmittel sind recht teuer, 1 Flasche Wasser mit Kohlensäure (500ml) hat mich etwa 2,50€ gekostet. Essen im Restaurant ist ungefähr so teuer wie in Deutschland. Medikamente, wie z.B. Nasenspray, waren etwa ein Viertel teurer als in Deutschland. Dafür ist Benzin um Einiges billiger als bei uns. Am teuersten waren die Eintritte in die Nationalparks. Für ein Backpackerland ist Costa Rica also tatsächlich recht kostenintensiv.


Sicherheit
Costa Rica ist ein Dritte Welt-Land und es gibt hier viele arme Menschen. Vor allem in der Karibik ist uns das aufgefallen. Wo es Armut gibt und "reiche" Gäste, gibt es natürlich auch Verbrechen. Obwohl wir mit den Ticos fast ausschließlich absolut positive Erfahrungen gemacht haben, hat man uns auch gewarnt.
In San Carlos hat uns eine nette Familie mit dem Auto die 200m (!) bis zum Hotel gefahren, damit wir nicht zu Fuß durch die Gegend laufen müssen, weil es so gefährlich sei. In Puerto Viejo hat man uns klar davor gewarnt, nach Einbruch der Dunkelheit noch in der Stadt zu sein. Wir haben uns nirgendwo wirklich unsicher gefühlt, aber wir haben uns auch nicht leichtsinnig verhalten. Wer sich an ein paar einfach Regeln hält, die man auch auf jedes andere Land der Welt anwenden kann, der wird in Costa Rica eine tolle Zeit verbringen: nicht offen Geld oder Wertsachen präsentieren, nicht mit Fremden mitfahren, bei Dunkelheit nicht allein durch einsame Gassen spazieren usw.


Sprache
Klar, Costa Rica empfängt jedes Jahr Millionen Touristen, viele davon aus den USA oder Kanada. Trotzdem ist Englisch hier nicht so weit verbreitet, wie man denken mag. Vor allem im Inland können die Menschen meist nur Spanisch. In kleineren B&Bs und Pensionen wird oft auch kein Englisch gesprochen. Wir wären ohne unser rudimentäres Spanisch oft aufgeschmissen gewesen. Ich kann jedem nur empfehlen, ein paar grundsätzliche Worte und Sätze zu lernen. Es ist auch einfach eine Frage der Höflichkeit und des Respekts, dass man in einem Land zumindest ein paar Worte zur Begrüßung und zum Dank auf Landessprache sprechen kann.


Tanken
Tanken in Costa Rica ist um Einiges billiger als in Deutschland. Bei den meisten Tankstellen kann man auch mit Kreditkarte zahlen. Meistens gibt es einen Tankwart, der für einen volltankt, so dass man sich um nichts kümmern muss. Dafür sind Tankstellen nicht so häufig, wie man denken möchte, in einem Land, in dem sich die Mehrheit der Leute mit dem Auto fortbewegt. Wenn ihr ein Navi habt, guckt ruhig vorher, wo Tankstellen sind, wenn ihr eine längere Strecke fahrt und euch nicht sicher seid.


Ticos
Ticos nennen sich die Costaricaner selbst. Und über die gibt es einen Menge zu sagen. Wir haben in Costa Rica viele, viele Menschen kennengelernt und die absolute Mehrheit von ihnen war unheimlich nett, hilfsbereit und freundlich. Als wir unsern Autounfall hatten, haben die Anwohner des Ortes unser Gepäck ins Hotel transportiert (umsonst), für uns von ihren Handys aus das Rote Kreuz und unseren Autovermieter angerufen und uns beruhigt so gut es ging. Und das obwohl wir im Schock des Augenblicks unser Spanisch fast völlig vergessen hatten. Und niemand wollte auch nur 1 Cent dafür haben.
Wir haben uns öfter verfahren und nach dem Weg gefragt. Fast immer setzte sich dann ein netter Tico in sein Auto oder auf sein Moped und fuhr voraus, um uns den Weg zu zeigen.
Auch in den Restaurants und Hotels in denen wir waren, war die überwiegende Zahl der Menschen superfreundlich.
Allgemein sind die Ticos sehr offen, freundlich und interessieren sich auch für die Menschen, die ihr Land besuchen. Wir waren absolut begeistert und würden allein wegen den Menschen noch mal wieder kommen.


Wetter


Das Wetter in Costa Rica ist sehr wechselhaft (natürlich auch unterschiedlich je nach Region). Auch außerhalb der Regenzeit sollte man immer eine Regenjacke dabei haben und auch während der Regenzeit immer eine Sonnenbrille.

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