Sonntag, 1. Januar 2017

Reisebericht: Costa Rica Teil 5 - Sloth Sanctuary: zu Besuch bei den Faultierbabies

Habt ihr eigentlich eine Bucket List? Ich habe zwar nie eine in Schriftform verfasst, aber es gibt so ein paar Sachen, die ich auf jeden Fall gern machen würde. Dazu gehörte seit ein paar Jahren, dass ich einmal das Sloth Sanctuary in Costa Rica besuchen wollte. Seitdem ich auf Youtube eine Doku über die Organisation gesehen hatte, war ich Feuer und Flamme und wollte unbedingt mal die kuschligen Schnarchnasen besuchen. Im November letzten Jahres ist mein Traum wahr geworden.


Das Sloth Sanctuary ist eine Aufzucht- , Hilfe- und Forschungsstation für Faultiere in Costa Rica. Hier werden kranke und verletzte Tiere aufgepäppelt und wieder in die Wildnis entlassen (wenn möglich) oder finden hier eine dauerhafte Heimat.
Auch werden hier verwaiste oder von ihren Müttern verstoßene Babies großgezogen.


Das Sanctuary ist eine private Einrichtung und erhält keine staatliche Unterstützung und finanziert sich deshalb fast ausschließlich durch Spenden und die Touren, die man dort veranstaltet. Auch gibt es ein kleines Bed & Breakfast, das man nutzen kann. Das Sanctuary liegt in Penshurt, zwischen Puerto Viejo und Limón, in der Nähe des Cahuita Nationalparks.


Mehr Infos zur Einrichtung selber findet ihr auf der Website des Sloth Sanctuary. Ich erzähle euch heute ein bisschen was über die Tour, die wir dort gemacht haben.

Es gibt 2 verschiedene Touren, die man machen kann.

Zunächst die Buttercup Tour, die 30 USD kostet. Sie dauert etwa 2h und beinhaltet eine Einführung über Faultiere, wie sie leben, fressen und sich fortpflanzen und einen Besuch auf der Krankenstation. Im Anschluss gibt es eine Kanufahrt, bei der man, wenn man Glück hat, auch wildlebende Faultiere erblicken kann. Das Ganze findet in einer Gruppe von maximal 20 Personen statt und kann nicht im Voraus gebucht werden.

Dann gibt es die Insider's Tour. Diese dauert 4h und kostet 150USD. Die ersten 2h sind essentiell die Buttercup Tour. Danach verabschieden sich die Gäste der Buttercup Tour, man bekommt einen kleinen Snack zu essen und dann macht man in einer kleinen Gruppe von maximal 6 Gästen eine Tour in den "Hintergrund". Man besichtigt den Operationssaal und - und das ist das Highlight - die Neugeborenenstation. Die Tour kann man nur im Voraus buchen und sollte das vor allem für die Hochsaison auch weit im Voraus machen. Ich habe sie für November im Januar gebucht.


Zunächst wird man begrüßt von Buttercup. Sie ist die älteste Bewohnerin des Sanctuary und, anders als die meisten Faultiere, überhaupt nicht menschenscheu.


Danach geht es auf die Tour. Unser Guide Marco erklärte uns zunächst den Unterschied zwischen den verschiedenen Faultierarten und erläuterte uns, wie Faultiere eigentlich leben. Er schaffte es dabei sehr gut, uns als Gruppe miteinzubinden und war wirklich ein guter Erzähler. Die Tour findet übrigens auf Englisch statt.

Dieses Faultier hat leider einen Arm an einer Stromleitung verloren. Der Kleine daneben, ist halbseitig gelähmt.


Nach der Tour gab es für die Teilnehmer der Insider Tour einen kleinen Mittagssnack. Es gibt eine Frühstücks- und eine Mittagstour. Bei der Anmeldung kurz vor der Tour kann man einen Wunsch angeben, was man gerne hätte. Man hat die Auswahl zwischen verschiedenen Sandwiches oder Gallo Pinto und verschiedenen Suppen als Vorspeise. Beim Essen sitzt man auf einer kleinen Terrasse mit schönem Blick auf den Fluss.


Dann ging es auf Bootstour für etwa 20 Min. (würde ich schätzen). Faultiere haben wir zwar nicht gesehen, aber dafür Vögel, Affen, Krebse und einen Kaiman. Die Bootsfahrt war sehr entspannend, vor allem nach dem Essen.

Kleiner Vogel

Kaiman

Blaue und rote Krebse


Dann kommt eine Tour durch den OP (und die Pathologie) und ein paar Infos zur Behandlung von Faultieren.


Zum Schluss kommt dann der Höhepunkt und der Grund, warum ich diese Tour unbedingt machen wollte: die Babystation. Hier landen kleine Faultiere, die von ihren Müttern verstoßen wurden, vom Baum gefallen sind oder zu Waisenkindern wurden. Sie werden hier aufgepäppelt und dann wieder in die Wildnis entlassen.
Wir waren 30-45 Minuten dort und die kleinen Flauschis mit den großen Augen haben unser Herz gestohlen. Ich lasse dafür am besten einfach Bilder sprechen.

Erst Ziegenmilch, dann ein bisschen Obst als Nachspeise.

Wie ein kleiner Eisbär mit Schweinenase.

Alle Babies haben ihr eigenes Kuscheltier, an das sie sich klammern - als Mamaersatz.

Kopfüber schlafen - warum nicht? Geht aber auch normal.


War das Ganze 150 Dollar wert? JA!  Ich würds immer wieder machen. Und ich kann mir sogar vorstellen, noch mal herzukommen, falls ich noch mal nach Costa Rica komme. Ich hatte so einen Spaß und es war einer der absoluten Höhepunkte unseres Urlaubs.


Hier seht ihr Teil 1, Teil 2, Teil 3  und Teil 4 der Reiseberichte.

Reisezeitraum November 2016

Kommentare:

  1. Faultiere an sich sind ja schon klasse - aber Babyfaultiere? *_* Mei, sind die knuffig... auch wenn es natürlich keine schönen Umstände sind, die sie in die Auffangstation gebracht haben :/ Aber tolle Eindrücke, ich kann gut verstehen, dass du das auch nochmal machen würdest :)

    AntwortenLöschen
  2. Wie toll! Das würde ich auch gern mal machen!

    AntwortenLöschen